22. August 2017

Herzenswärme - Himmelsweite

Our summer was small - we stayed close to home, first in a small room then in a small tent, but it was oh so beautiful! We've felt connected to friends and nature, we felt free and warm and sandy. We return full of love and light and very well aired :-) 
Now we'll try to fit these big summer feet into our everyday shoes. 
 
Wir sind nicht weit gefahren. Wir haben zu viert in einem kleinen Zimmer geschlafen und dann in einem Zelt. Wir hören jetzt viel von windigen und kühlen Tagen. Mancher spricht gar von einem verregneten Sommer - "typisch norddeutsch" heißt es. Doch wir werden nur Schönes und Wärmendes mitnehmen in den Herbst: Wir haben so viel gelacht, wir haben uns so sehr eingeladen gefühlt von Freunden und vom Leben, wir waren einander so nah und der Natur so verbunden, wir fühlen uns herrlich durchwärmt und durchlüftet. Für uns schien die Sonne.

Und jetzt versuchen wir irgendwie diese großen Sommerfüße wieder in die Alltagsschuhe zu zwängen. Ich habe ja das große Glück, dass mir mein Alltag wenig eng ist und auch eine Rückkehr in die Puppenwerkstatt beinhalten. Das Rythmische liegt mir. Auf Einkehr und herbstliche Konzentration freue ich mich. Gleichzeitig werde ich diese intensiven, wilden, freien Sommerwochen vermissen.

Herzlichst, Lena


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25. Juli 2017

Ende und Anfang

Letzte Woche haben wir das Sommerfest im Kindergarten gefeiert. Diese Sommerfeste sind immer etwas ganz Besonderes, weil sie ein wenig altmodisch daher kommen. Unsere Kindergärtnerinnen trauen sich das 'Weniger-ist-mehr' und die leisen Töne. Sie wissen, dass Feste nicht durch Attraktionen sondern durch Begegnungen und gemeinsames Lachen, Singen und Spielen zu Sternstunden werden. Sackhüpfen, Seilziehen, Fischefangen, Kreistänze, Kanon-Singen und ein Schmaus unterm Baum auf der grünen Wiese unter dem blauen Himmel - mehr braucht es wahrlich nicht zum Sommerfestglück.

Ein neues Spiel haben wir in diesem Jahr gespielt: Das Handschuh-und-Hut-Rennen. Dazu braucht man lediglich zwei Paar Fäustlinge und zwei Hüte. Dann bildet man zwei Gruppen und wie bei einem Staffellauf schlüpft nun jeweils der erste der Gruppe in Fäustlinge und Kopfbedeckung, rennt los bis zur Markierung (einmal um den Baum herum) und wieder zurück und übergibt Handschuhe und Hut an den nächsten. 
 
Natürlich lief es bei uns bald vollkommen jenseits aller Regeln aus dem Ruder -  immer neue Läufer stellten sich hinten an, wurden lautstark angefeuert, konnten durch die Schlapphüte kaum etwas sehen, japsten und stolperten.... was für ein Spaß! Und was für eine große Freude, dass es bei einer solchen Festgemeinschaft eben gar nicht mehr um das Gewinnen oder das Einhalten von Regeln geht. Nur die Freude und das gemeinsame Lachen zählt. Das So-sein-lassen ist auch eine große Kunst.

Es war unser letztes Sommerfest. Eine Ära geht zu Ende, denn im September kommt unsere Tochter in die Waldorfschule - da mischen sich Wehmut und Vorfreude. 

Und jetzt sind erstmal Ferien! Das Puppenmädchen Paula verbringt sie hoch oben in den Bergen.
Euch wünsche ich einen schönen Sommer!

Herzlichst, Lena
 
waldorfpuppe

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13. Juni 2017

Sommerlich





Am Sonntag sind wir bei sommerlicher Hitze raus in die Felder gefahren und haben gestaunt, wie hoch das Getreide schon steht. Hafer, Weizen, Gerste und Roggen haben wir aufgesucht, dazu den verblühten Raps und den noch niedrigen Mais. Auf den Treckerspuren sind wir hineingelaufen zwischen die im Wind sich neigenden Ähren. Dieses Bild der Mädchen, wie sie in dem Überfluss dahin rennen machte mich froh - und auch, wie sie mehr und mehr die unterschiedlichen Pflanzen und Kräuter unterscheiden. 

Die zwei sommerlichen Puppenmädchen sind schon vor einiger Zeit entstanden und genießen die warmen Sommertage mit ihren neuen Puppenmüttern.

Sommergrüße!

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6. Juni 2017

Gefunden

We've had a wonderful time in Denmark! Spending time with 23 big and small friends under one roof has been just wonderful. There wasn't much time for crafting but I took my knitting with me - the second 'selfish' knitting this year! - and I did a little plant dye experiment with wool and alpaca. I'm so happy about the dusty pinks and peachy oranges from avocado pits and skin!

Wir haben Zeit gefunden und Gemeinschaft. Wir haben gespielt, gelacht, gemeinsam gelebt. Es war so viel Raum da, so viel Langsamkeit, so viel Luft, so viel Licht. Wir haben noch immer alle Taschen voller Nordseesand und unsere Wollpullis riechen nach Meer und Feuer. Die Füße der Kinder bekommt man selbst mit Einweichen und Bürsten nicht mehr sauber.

Dieses wiederholte Experiment - sechs Familien mit elf Kindern zwischen fünf Monaten und sechs Jahren, alle unter einem Dach - ich könnte es glatt zum Alltag machen. Wie reich sie uns machen, solche Erlebnisse des Zusammenseins. Ein kleines Stück gelebte Gemeinsamkeit gegen all das Trennende in unserer Welt. Nicht immer einfach. Nicht immer konfliktfrei. Oft auch laut (beim Abendessen mit allen müden Kindern). Oder unordentlich (etwa 44 Paar Schuhe im Flur, dazu noch die Gummistiefel). Und immer so, so wertvoll. 

Etwas gefärbt habe ich auch. Langsamkeit und Trubel kamen mir zu Gute: nach einigen Tagen gab der vergessene Sud aus zwei Avocadokernen nebst Schale einen dunklen und kräftigen Rosenholzton. Im dritten Färbegang desselben Farbbades kam das feine, changierende Pfirsichrosa auf Alpaka-Woll-Mix (großer Strang) daher. Es erfreut mich besonders. Ich habe die Wolle nicht gebeizt, lediglich gewaschen. Sie war etwa eine Stunde im Farbbad. Nach dem ersten Trocknen habe ich sie gründlich und mit Wollwaschmittel gewaschen. Nach einer Woche in der Sonne hat sie nichts von ihrer Farbkraft verloren.

Herzlichst, Lena

 


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16. Mai 2017

Am Wegesrand


I love lilac and peonies. But I also love those small little 'weeds' along the roads and fields. We find them in the city too - little bits of uncultivated land along building sites, forgotten backyards, overlooked stripes along dry walls and fences are good places to watch out for them. And every little bouquet we bring home tells a little story of our wanderings and makes us smile for days. 

Ich liebe Flieder und Pfingstrosen in ihrer maienhaften Verschwendung von Duft und Farbe. Lieb sind mir jedoch auch die wilden Kräuter am Wegesrand. Hirtentäschl, Klee, Waldmeister, Vergissmeinicht, Wiesenschaumkraut, Butterblume, Taubnessel, Zittergras und Spitzwegerich - viele dieser kleinen Blumen finden wir selbst in der Stadt auf kleinen Brachen, am Rande von Baustellen, auf Verkehrsinseln und in nicht so überpflegten Hinterhöfen. Sie öffnen uns die Augen für die kleine Schönheit und die kleine Wildheit des Stadtfrühlings. 

Dort wo wir letzte Woche die Vergissmeinicht gepflückt haben, sind sie nun verborgen von einem hohen, schützenden Ring aus prächtigen Brennesseln. Für uns ist das wie ein kleines Geheimniss um das nur wir wissen. Die Löwenzahnwiese hat sich in ein Wunschfeld voller Pusteblumen verwandelt. Und wenn wir so durch die Stadt und durch die Wiesen und Felder wandern und am Wegesrand ein paar Blümchen mitnehmen, erzählt am Abend jeder kleine Strauß eine Geschichte. Und zaubert uns tagelang ein Lächeln bei jedem Anblick.

Das Frühlingspuppenmädchen habe ich für meine Nichte genäht und die kleine Osterglocke für unseren Jahreszeitentisch. Eigentlich müsste sie schon wieder ausziehen und den Maiglöckchen Platz machen. In dem Maientempo komme ich einfach nie mit!

Herzlichst, Lena

9. Mai 2017

Hannu


























































Mein erster Schulranzen war aus Leder. Wenn ich die Schnallen aufschnappen ließ, entströmte ihm eine geheimnisvolle Dunkelheit und ein feiner Duft, der die Dinge, die ich in ihm herumtrug, angenehm einhüllte. Ich habe ihn nicht gut oder schlecht gefunden, er war einfach immer dabei. Später erhielt er individuelle Tätowierungen (Kugelschreiber, Edding - ohweh!) und durfte erst in der Oberstufe einem Rucksack weichen. 

Diesen Sommer wird unsere älteste Tochter eingeschult. Sie will einen Ranzen mit 'Kletties'. Wir haben uns einige Modelle angeschaut. Sie kosten so viel wie ein Fahrrad. Viele sind schreiend bunt und alle aus Kunststoff - einige zumindest teilweise aus recyceltem Material. Als ich ihr dann doch noch ein paar schöne, duftende - und bunte - Lederranzen zeigte, sagte sie deutlich und ernst: 'Mama, bei Leder ist echt Schluss. Sowas ist bei mir abgeschnitten.' Aha. Nun schlafen wir  erstmal drüber.

Hannu, der blonde Puppenjunge, ist als Bruder in die Familie von Puppenmädchen Noni eingezogen. Er heißt jetzt Nonerich. Nun ja, dass ist auch irgendwie logisch, nicht? Kinder wissen eben, was sie wollen ;-) 

Herzlichst,
Lena

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5. Mai 2017

Jules

waldorfdoll
waldorfdoll waldorfinspiredwaldorfdoll waldorfinspired

waldorfpuppe stoffpuppe

steinerdoll

stoffpuppe waldorfartThis is Jules! He still needs his woolies as spring is blessing us with a good deal of rain and mist these days. To lure sun and warmth out of the heavy clowds I've choosen a sunkissed yellow for his vest :-)

'Mairegen bringt Segen', und wirklich werden wir derzeit mit einer ganzen Menge davon bedacht. Um die Wärme ein wenig hervorzulocken, habe ich Jules eine sonnige Weste gestrickt und färbe seit Tagen nur gelbe Stoffe in meiner Pflanzenfarben-Hexenküche. Birkenblätter, Zwiebelschalen, Granatapfel, Löwenzahn, Avocadoschale - alles gibt mir leuchtende Farben von Hellgelb bis Pfirsichorange. Bald fasse ich euch hier meine ersten Erfahrungen einmal zusammen. Es macht so viel Freude, die Farben aus der Natur zu entdecken!

Die Haare von Jules sind übrigens auch pflanzengefärbt - mit Wallnussschalen. Ich habe sie von der lieben Jenny, die eine wahre Meisterin dieser Kunst ist, mit der ich gerade erst beginne. 

Herzlichst, Lena